IAB-Projekte
Kompostierer als IAB-Projekt: Steuern sparen ohne Strommarkt
Fast alle IAB-Investoren setzen auf Strom. Ein Kompostierer bringt hohe Einnahmen aus einem ganz anderen Markt – und senkt trotzdem deine Steuer.

Wer in der Vergangenheit IAB-Projekte genutzt hat, hat fast immer in Strom investiert: Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeicher, vielleicht noch ein Windrad-Anteil. Das funktioniert, hat aber einen Haken. Alle diese Projekte hängen am selben Markt, der vom Staat reguliert wird. Sinken die Strompreise oder ändern sich die Regeln für die Einspeisung, trifft es dein ganzes IAB-Portfolio auf einmal.
Ein Bereich, an den kaum jemand denkt, ist die Verwertung von organischen Abfällen. Konkret: mobile Kompostieranlagen, die Speisereste und andere organische Abfälle direkt dort verarbeiten, wo sie anfallen. Diese Entsorgung ist nicht nur deutlich kostengünstiger, sondern auch geruchsneutral und spart die teure Kühlung von organischen Abfällen. Ich stelle dir das Modell hier vor und zeige, worauf du achten musst.
Das Problem: jeden Tag tonnenweise Speisereste
Hotels, Großküchen, Krankenhäuser, Kantinen, Restaurants, Supermärkte und Lebensmittelhersteller produzieren jeden Tag große Mengen organischer Abfälle. Diese werden heute meist gesammelt, gekühlt gelagert und mehrmals pro Woche abgeholt. Das kostet Geld, riecht, braucht Platz und verursacht Transportwege. Die Kosten dafür steigen stark an.
Für viele Betriebe ist es deshalb attraktiv, die Abfälle direkt vor Ort zu verarbeiten. Genau hier setzen spezielle Kompostierer an.
So funktioniert ein mobiler Kompostierer
Die Anlage steht beim Betrieb, der den Abfall erzeugt. Speisereste und Küchenabfälle kommen oben hinein. Mikroorganismen zersetzen das Material, ohne dass es vorher zerkleinert oder erhitzt werden muss. Nach Angaben eines Herstellers reduziert sich die Menge so innerhalb von 24 Stunden um bis zu 90 %. Übrig bleibt ein trockenes, weitgehend geruchloses Substrat, das als Kompost oder Dünger weiterverwendet werden kann.
Die Anlagen gibt es in verschiedenen Größen, von kleinen Anlagen für den Dönerladen um die Ecke bis hin zu Großanlagen für die Entsorgung organischer Abfälle von Gemeinden oder Städten. Sie brauchen wenig Energie, keine Baugenehmigung und kein Fundament. Damit sind sie ein bewegliches Wirtschaftsgut, und das ist für den IAB entscheidend.
Warum das als IAB-Projekt interessant ist
Für eine IAB-Investition ist es immer wichtig, den Investitionsmarkt und seine Zukunft zu analysieren. Und gerade hier gibt es in Europa wie in anderen Ländern für die nächsten Jahrzehnte einen riesigen Bedarf zur effizienten Entsorgung organischer Abfälle. Dieser Markt ist auch sehr resistent gegenüber Krisen, da Lebensmittel immer benötigt werden. Das sind ideale Parameter für eine längerfristige Investition.
Bei diesem Modell kaufst du eine oder mehrere Anlagen und kannst damit den Kaufpreis nahe an deine erforderliche IAB-Höhe anpassen. Der Betrieb, also Aufstellung, Wartung und Abrechnung, liegt bei einem Full-Service-Betreiber. Die Anlagen werden an Unternehmen mit hohem Bioabfall-Aufkommen vermietet, du erhältst attraktive monatliche Mieteinnahmen.
Was mir an dem Modell gefällt:
- Unabhängig vom Strommarkt. Die Einnahmen hängen an Abfallmengen in Gastronomie und Handel, nicht an Strompreisen oder staatlichen Förderungen. Der Markt ist krisenresistent, da Lebensmittel immer gebraucht werden.
- Kein Warten auf den Netzanschluss. Wer PV-Investoren kennt, weiß, wie viel Zeit, Geld und Nerven das kosten kann. Ein Kompostierer wird geliefert, aufgestellt und läuft.
- Kleinere Beträge möglich. Je nach Anlage sind Einstieg und Stückelung deutlich kleiner als bei einer großen PV-Anlage.
- Ein sinnvoller und absolut nachhaltiger Zweck. Weniger Transporte, weniger Abfall, Kompost geht zurück in die Landwirtschaft.
Anbieter solcher Modelle stellen Mietrückflüsse von bis zu 12 % im Jahr bei Mietverträgen über bis zu zehn Jahre in Aussicht. Das sind Angaben aus Angeboten, keine Garantie. Wie belastbar sie sind, hängt am Mietvertrag, der Qualität der Kompostierer und an der Bonität von Betreiber und Mieter.
Ein Rechenbeispiel
Ein lediger Unternehmensberater hat ein zu versteuerndes Einkommen von 180.000 €. Er plant, im nächsten Jahr Kompostieranlagen für 200.000 € zu kaufen, und bildet dafür in diesem Jahr einen IAB von 100.000 €.
- Einkommensteuer ohne IAB: 64.464 €
- Einkommensteuer mit IAB: 22.464 €
- Steuerersparnis im ersten Jahr: 42.000 €
Gerechnet mit dem Grundtarif 2026, ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.
Im Jahr der Anschaffung kann er zusätzlich eine Sonderabschreibung von bis zu 40 % auf die verbleibenden Anschaffungskosten nutzen, hier also bis zu 40.000 €. Dazu kommt die normale Abschreibung über die Nutzungsdauer der Anlagen.
Wie immer gilt: Der IAB verschiebt einen Teil der Steuer in spätere Jahre, denn die Mieteinnahmen werden versteuert. Der Vorteil entsteht, weil du heute mit deinem hohen Steuersatz absetzt und die Erträge oft später, etwa im Ruhestand, mit einem niedrigeren Satz versteuerst. Falls du weiterhin ein hohes zu versteuerndes Einkommen hast, kannst du den IAB in Zukunft mehrfach nutzen und damit dein zu versteuerndes Einkommen dauerhaft senken.
Worauf du achten musst
Ich sage es wie in meinen anderen Beiträgen: Eine Investition nur wegen der Steuer zu tätigen, war noch nie eine gute Entscheidung. Beim Kompostierer gilt das besonders, weil das Modell noch wenig bekannt ist.
- Gewerbliche Ausgestaltung. Die reine Vermietung einer einzelnen Sache ist steuerlich oft kein Gewerbebetrieb, und ohne Gewinneinkünfte gibt es keinen IAB. Lass dir vom Anbieter zeigen, wie das Modell gewerblich aufgesetzt ist, und lass es von deinem Steuerberater prüfen.
- Wer zahlt die Miete? Schau dir an, mit wem der Mietvertrag besteht, wie lange er läuft und was passiert, wenn ein Mieter ausfällt. Eine „garantierte“ Rendite ist nur so viel wert wie der, der sie garantiert.
- Sitz und Bonität des Anbieters. Prüfe, wo das Unternehmen sitzt, wie lange es am Markt ist und ob es Referenzanlagen gibt, die du dir ansehen kannst.
- Was passiert nach der Mietzeit? Kläre, was mit der Anlage nach Ablauf des Vertrags geschieht: Verlängerung, Rückkauf, Verkauf oder Verwertung.
- Die Investition muss kommen. Den IAB musst du innerhalb von drei Jahren durch den Kauf einlösen. Sonst wird er rückwirkend aufgehoben und die Steuer mit Zinsen nachgefordert.
- Die Anlage muss sich rechnen. Ohne echte Gewinnabsicht droht die Einstufung als Liebhaberei, dann fällt der Steuervorteil weg.
Mein Fahrplan für dich
- Prüfe, wie viel IAB-Volumen du in diesem Jahr sinnvoll nutzen kannst.
- Überlege, welchen Anteil du außerhalb des Strommarkts streuen möchtest.
- Fordere die Vertragsunterlagen an: Kaufvertrag, Mietvertrag, Betreibervertrag.
- Lass die gewerbliche Ausgestaltung und die Zahlen von deinem Steuerberater prüfen.
- Bilde den IAB in der Steuererklärung. Das geht auch nachträglich, solange die Erklärung für das Jahr noch nicht abgegeben ist.
Häufige Fragen
Kann ich für einen Kompostierer einen IAB bilden? Grundsätzlich ja, denn eine mobile Kompostieranlage ist ein bewegliches Wirtschaftsgut. Entscheidend ist, dass sie in einem Betrieb mit Gewinneinkünften eingesetzt wird.
Ist die Vermietung der Anlage beim IAB schädlich? Seit 2020 nicht mehr. Auch eine längerfristige Vermietung an Dritte gilt als betriebliche Nutzung.
Wie hoch ist die Steuerersparnis? Der IAB beträgt bis zu 50 % der geplanten Investition. Bei einem Steuersatz von 42 % sparst du im ersten Jahr also rund 21 % der Investitionssumme. Im Jahr der Anschaffung kannst du weitere 40 % Sonderabschreibung auf die verbleibenden Anschaffungskosten nutzen.
Warum nicht einfach noch eine PV-Anlage? Weil du damit dein Risiko weiter auf den Strommarkt konzentrierst – im Fachjargon nennt man das Klumpenrisiko. Ein Kompostierer streut dein IAB-Portfolio auf einen ganz anderen Markt.
Fazit
Der Kompostierer ist kein Ersatz für Photovoltaik, aber eine sinnvolle Ergänzung. Er bringt Einnahmen aus einem Markt, der mit Strompreisen nichts zu tun hat, und er löst ein echtes Problem für viele Betriebe. Wie bei jedem IAB-Projekt entscheiden Vertrag, Partner und saubere steuerliche Gestaltung darüber, ob es sich lohnt.
Ich habe das Modell auch in einem Video auf meinem YouTube-Kanal erklärt.
Ich begleite dich von der Einordnung deiner persönlichen Situation bis zur Entscheidungsfindung und Umsetzung. Dazu bringe ich dich mit ausgewählten Partnern zusammen. Die steuerliche Bewertung gehört in die Hände deines Steuerberaters. Mehr zum IAB findest du in meinem kostenlosen E-Book.
Herzliche Grüße
Michael Rehberger
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Stand: Oktober 2026.

