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Investitionsabzugsbetrag (IAB) einfach erklärt: So funktioniert § 7g EStG

Mit dem Investitionsabzugsbetrag ziehst du bis zu 50 % einer geplanten Investition schon vorab von der Steuer ab. Wie das funktioniert, wer ihn nutzen kann und worauf du achten musst – einfach erklärt.

Michael Rehberger5 Minuten Lesezeit

Wer ein hohes Einkommen hat, zahlt schnell 42 oder 45 % Einkommensteuer. Der Investitionsabzugsbetrag, kurz IAB, ist einer der wenigen legalen Hebel, mit denen sich diese Last spürbar senken lässt. Er steht in § 7g des Einkommensteuergesetzes und war ursprünglich für kleine und mittlere Betriebe gedacht. Genau das macht ihn auch für Privatpersonen mit hohem Einkommen interessant – über einen eigenen kleinen Betrieb.

Video: Lieber anschauen als lesen? Ich erkläre den IAB auch im Video: Investitionsabzugsbetrag (IAB) einfach erklärt ▶

Tipp: Wie viel Steuer ein IAB bei deinem Einkommen spart, siehst du sofort mit meinem IAB-Rechner →

Was ist der Investitionsabzugsbetrag?

Mit dem IAB darfst du bis zu 50 % der Kosten einer geplanten Investition schon vor der Anschaffung als Betriebsausgabe abziehen. Der Abzug mindert den Gewinn deines Betriebs. Ist der Betrieb dadurch im Minus, wird dieser Verlust mit deinem übrigen Einkommen verrechnet, zum Beispiel mit Gehalt, Abfindung, Betriebsrente oder Veräußerungsgewinn.

Ein Beispiel: Du planst, in den nächsten drei Jahren eine Photovoltaik-Anlage für 200.000 € zu kaufen. Dann kannst du schon heute 100.000 € als IAB abziehen. Die Steuerersparnis kommt also, bevor du die Anlage bezahlt hast.

Wer kann den IAB nutzen?

Den IAB gibt es nur für Betriebe, also für Gewerbetreibende, Freiberufler und Land- und Forstwirte. Als Arbeitnehmer oder Rentner brauchst du dafür einen eigenen kleinen Betrieb. Das kann zum Beispiel eine gewerbliche Photovoltaik-Anlage sein, ein Batteriespeicher, ein Kompostierer oder ein Tiny House zur Vermietung.

Wichtig ist, dass der Betrieb echt ist: Er muss auf Dauer Gewinn erzielen sollen. Ein Projekt nur wegen der Steuer, das sich wirtschaftlich nicht trägt, stuft das Finanzamt als Liebhaberei ein. Dann fällt der Steuervorteil weg.

Die wichtigsten Voraussetzungen

  • Gewinngrenze: Der Gewinn des Betriebs darf im Jahr des Abzugs höchstens 200.000 € betragen. Bei einem neuen, kleinen Betrieb ist das in der Regel kein Problem. Du kannst mehrere IABs für mehrere Betriebe nutzen.
  • Höchstbetrag: Je Betrieb sind insgesamt bis zu 200.000 € IAB möglich. Mehr geht über weitere eigenständige Betriebe, etwa einen Betrieb je Ehepartner.
  • Bewegliche Wirtschaftsgüter: Begünstigt sind abnutzbare, bewegliche Wirtschaftsgüter wie PV-Anlagen, Batteriespeicher oder Maschinen. Gebäude und Grundstücke gehören nicht dazu.
  • Betriebliche Nutzung: Das Wirtschaftsgut muss im Jahr der Anschaffung und im Folgejahr fast ausschließlich (zu mindestens 90 %) betrieblich genutzt werden.
  • Drei Jahre Zeit: Die Investition muss innerhalb von drei Jahren nach dem Abzug erfolgen.

Was passiert bei der Investition?

Wenn du die Anlage kaufst, wird der IAB dem Gewinn wieder hinzugerechnet. Gleichzeitig darfst du die Anschaffungskosten um denselben Betrag kürzen. Beides gleicht sich aus. Die Folge: Die spätere Abschreibung fällt kleiner aus, weil ein Teil der Kosten schon vorab abgezogen wurde.

Zusätzlich gibt es für dieselben Wirtschaftsgüter die Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG. Sie erlaubt in den ersten fünf Jahren zusätzlich bis zu 40 % Abschreibung neben der normalen Abschreibung. IAB und Sonderabschreibung zusammen machen das Modell so wirkungsvoll.

Und wenn die Investition nicht kommt?

Dann wird der IAB rückwirkend im Jahr des Abzugs aufgehoben. Die gesparte Steuer wird nachgefordert, dazu kommen Zinsen. Plane den IAB deshalb nur für Investitionen, die du wirklich umsetzen willst und kannst.

Achtung, IAB 2023: Hast du 2023 einen IAB gebildet, muss die Investition bis zum 31.12.2026 stehen. Was jetzt zu tun ist, liest du hier: IAB 2023: Bis 31.12.2026 investieren →

Ein Rechenbeispiel

Eine ledige Unternehmerin hat 2026 ein zu versteuerndes Einkommen von 300.000 €. Sie plant eine Investition von 200.000 € in einen Batteriespeicher und bildet dafür einen IAB von 100.000 €.

  • Einkommensteuer ohne IAB: rund 115.500 €
  • Einkommensteuer mit IAB: rund 72.900 €
  • Ersparnis: rund 42.700 €, mit Solidaritätszuschlag rund 45.000 €

Gerechnet mit dem Grundtarif 2026, Solidaritätszuschlag nur in der letzten Zeile, ohne Kirchensteuer.

Jeder Euro IAB spart hier rund 45 Cent Steuer, weil er genau den Teil des Einkommens trifft, der mit dem Höchststeuersatz besteuert wird.

Der IAB verschiebt einen Teil der Steuer in spätere Jahre. Wer weiterhin ein hohes zu versteuerndes Einkommen hat, kann den IAB in Zukunft mehrfach nutzen und so sein zu versteuerndes Einkommen dauerhaft senken.

Wofür sich der IAB besonders lohnt

Am meisten bringt der IAB in Jahren mit besonders hohem Einkommen. Dazu habe ich eigene Beiträge und Rechner:

Typische Fehler

  • Zu spät anfangen: Ein IAB-Projekt braucht Vorlauf. Plane es, bevor das Jahr mit dem hohen Einkommen zu Ende ist.
  • Nur auf die Steuer schauen: Die Investition muss sich auch ohne Steuervorteil rechnen.
  • Klumpenrisiko: Wer nur in den Strommarkt investiert, hängt an einem einzigen Markt. Mit unterschiedlichen Projekten reduzierst du das Risiko.
  • Ohne Steuerberater handeln: Die Gestaltung gehört in die Hände eines Steuerberaters, der deine gesamte Situation kennt.

Häufige Fragen

Was ist der Investitionsabzugsbetrag (IAB)? Ein steuerlicher Abzug nach § 7g EStG: Betriebe dürfen bis zu 50 % einer geplanten Investition in bewegliche Wirtschaftsgüter schon vorab als Betriebsausgabe abziehen.

Kann ich als Angestellter den IAB nutzen? Ja, über einen eigenen kleinen Betrieb, zum Beispiel eine gewerbliche PV-Anlage. Der Verlust des Betriebs wird mit deinem Gehalt verrechnet.

Wie hoch darf der IAB sein? Bis zu 50 % der geplanten Investition, höchstens 200.000 € je Betrieb.

Wie viel Steuer spart der IAB? So viel, wie dein persönlicher Steuersatz auf den abgezogenen Betrag ausmacht. Bei hohem Einkommen sind das 42 bis 45 Cent je Euro, dazu Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Was passiert, wenn ich nicht investiere? Der IAB wird rückwirkend aufgehoben, die Steuer wird mit Zinsen nachgefordert.

Bis wann kann ich den IAB geltend machen? In der Steuererklärung für das Jahr, in dem du ihn abziehen willst. Oft geht das noch nachträglich, solange der Steuerbescheid nicht bestandskräftig ist.

Fazit

Der Investitionsabzugsbetrag ist ein starkes, legales Werkzeug für alle, die viel Steuer zahlen. Er senkt die Steuer schon vor der Investition und lässt sich in Jahren mit besonders hohem Einkommen gezielt einsetzen. Entscheidend ist ein echtes, wirtschaftlich sinnvolles Projekt.

Ich begleite dich von der Einordnung deiner persönlichen Situation bis zur Entscheidungsfindung und Umsetzung. Dazu bringe ich dich mit ausgewählten Partnern zusammen. Die steuerliche Bewertung gehört in die Hände deines Steuerberaters. Mehr zum IAB findest du in meinem kostenlosen E-Book.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Stand: Oktober 2026.

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